2026-04-03
Elektromobilität steht nicht nur für emissionsfreies Fahren, sondern zunehmend auch für neue Anforderungen an die Lieferketten. Ein aktueller Bericht von Transport & Environment (T&E) zeigt: Die Aluminiumproduktion ist ein relevanter Hebel – und „grünes Aluminium“ kann ein entscheidender Faktor für mehr Nachhaltigkeit sein.
Aluminium ist ein zentraler Werkstoff für E-Fahrzeuge. Es wird für Batteriegehäuse, Chassis-Komponenten und strukturrelevante Bauteile verwendet. In der Gesamtbilanz eines Fahrzeugs macht die Aluminiumherstellung bereits heute rund 20 % der Produktions-Emissionen aus. Dabei ließe sich diese Zahl signifikant senken – durch eine Umstellung auf klimafreundlich produziertes, sogenanntes „grünes Aluminium“.
Was unter „grünem Aluminium“ zu verstehen ist, definiert die Studie klar: Es handelt sich entweder um recyceltes Aluminium oder um Primäraluminium, das unter Nutzung erneuerbarer Energien und moderner Prozesse (z. B. elektrolytische Reduktion mit CO₂-freien Verfahren) hergestellt wird.
Laut T&E könnten Automobilhersteller mit einem moderaten Mehraufwand von rund 25 Euro pro Fahrzeug bis 2040 auf diese nachhaltigere Aluminiumquelle umstellen. Der Effekt wäre erheblich: Es könnten jährlich CO₂-Emissionen eingespart werden, die dem Ausstoß von etwa 900.000 Verbrenner-Pkw entsprechen.
Die Empfehlung: Bis 2035 sollen 60 % des in Fahrzeugen verwendeten Aluminiums aus grünen Quellen stammen, bis 2040 sogar 85 %. Das Ziel ist erreichbar – unter der Bedingung, dass klare politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, zum Beispiel:
Recyclingquoten und -standards anpassen
Vorgaben für lokal produziertes Aluminium setzen
Export von Aluminiumschrott begrenzen
Für uns als Unternehmen in der chemischen Oberflächenveredlung ergibt sich daraus ein konkreter Handlungsrahmen – gerade im Dialog mit Partnern aus dem Automotive-Sektor:
Welche Anforderungen entstehen entlang der Lieferkette?
Welche Rolle spielt die Vorbehandlung im Hinblick auf recycelte oder grün produzierte Legierungen?
Wie kann durch geeignete Vorbehandlungsprozesse die Qualität und Langlebigkeit solcher Materialien sichergestellt werden?
Fazit: Grünes Aluminium ist kein Zukunftskonzept, sondern eine realistische Option, um die Klimabilanz von E-Autos kurzfristig zu verbessern – technisch umsetzbar, wirtschaftlich tragbar, ökologisch notwendig.
Quelle:
https://www.alu-news.de/news/neue-studie-von-te-gruenes-aluminium-koennte-e-autos-fuer-nur-25-euro-noch-umweltfreundlicher-machen