April 3

Elektromobilität steht nicht nur für emissionsfreies Fahren, sondern zunehmend auch für neue Anforderungen an die Lieferketten. Ein aktueller Bericht von Transport & Environment (T&E) zeigt: Die Aluminiumproduktion ist ein relevanter Hebel – und „grünes Aluminium“ kann ein entscheidender Faktor für mehr Nachhaltigkeit sein.

Aluminium ist ein zentraler Werkstoff für E-Fahrzeuge. Es wird für Batteriegehäuse, Chassis-Komponenten und strukturrelevante Bauteile verwendet. In der Gesamtbilanz eines Fahrzeugs macht die Aluminiumherstellung bereits heute rund 20 % der Produktions-Emissionen aus. Dabei ließe sich diese Zahl signifikant senken – durch eine Umstellung auf klimafreundlich produziertes, sogenanntes „grünes Aluminium“.

Was unter „grünem Aluminium“ zu verstehen ist, definiert die Studie klar: Es handelt sich entweder um recyceltes Aluminium oder um Primäraluminium, das unter Nutzung erneuerbarer Energien und moderner Prozesse (z. B. elektrolytische Reduktion mit CO₂-freien Verfahren) hergestellt wird.

Laut T&E könnten Automobilhersteller mit einem moderaten Mehraufwand von rund 25 Euro pro Fahrzeug bis 2040 auf diese nachhaltigere Aluminiumquelle umstellen. Der Effekt wäre erheblich: Es könnten jährlich CO₂-Emissionen eingespart werden, die dem Ausstoß von etwa 900.000 Verbrenner-Pkw entsprechen.

Die Empfehlung: Bis 2035 sollen 60 % des in Fahrzeugen verwendeten Aluminiums aus grünen Quellen stammen, bis 2040 sogar 85 %. Das Ziel ist erreichbar – unter der Bedingung, dass klare politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, zum Beispiel:

    • Recyclingquoten und -standards anpassen

    • Vorgaben für lokal produziertes Aluminium setzen

    • Export von Aluminiumschrott begrenzen

Für uns als Unternehmen in der chemischen Oberflächenveredlung ergibt sich daraus ein konkreter Handlungsrahmen – gerade im Dialog mit Partnern aus dem Automotive-Sektor:

    • Welche Anforderungen entstehen entlang der Lieferkette?

    • Welche Rolle spielt die Vorbehandlung im Hinblick auf recycelte oder grün produzierte Legierungen?

    • Wie kann durch geeignete Vorbehandlungsprozesse die Qualität und Langlebigkeit solcher Materialien sichergestellt werden?

Fazit: Grünes Aluminium ist kein Zukunftskonzept, sondern eine realistische Option, um die Klimabilanz von E-Autos kurzfristig zu verbessern – technisch umsetzbar, wirtschaftlich tragbar, ökologisch notwendig.

Quelle:

https://www.alu-news.de/news/neue-studie-von-te-gruenes-aluminium-koennte-e-autos-fuer-nur-25-euro-noch-umweltfreundlicher-machen


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